Sonntag, 26. Juli 2015

[Kurzrezension] Ein weiteres Game of Thrones und... Vampyre

A Storm of Swords
Worum geht's?
Ohne euch jetzt zu spoilern: die Geschichte rund um die Starks und all die anderen (Möchtegern-)Könige wird weiter gewoben. Das Buch spielt inhaltlich noch einmal vor den Geschehnissen des zweiten Bands und räumt quasi etwas von hinten auf.
Meine Meinung
Ich hätte niemals gedacht, dass ich George R. R. Martin noch mehr vergöttern könnte. Aber während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass meine Welt wieder und wieder erschüttert wird. Ich bin hin und weg, immer noch, einfach begeistert. Ich hatte noch nie so ein Spektrum an Charakteren, von denen ich einen Großteil vergötterte und für die ich mich alle interessierte. (Aber Jon ist ja schon mein Liebling <3 wobei Daenerys auch eine klasse Frau ist. Und selbst Sansa macht sich langsam...) Und die ganzen Namen. Brutal. Allein dafür hätte der Mann alle Preise der Welt verdient. 
Vor allem habe ich das Buch für meine Verhältnisse echt schnell gelesen - ich habe aus preislichen Gründen beschlossen, die Reihe auf Englisch fortzuführen, und naja, High Fantasy auf Englisch ist eine harte Nuss. Aber den dritten Band hatte ich innerhalb von zwei Wochen durch, und dabei handelten es sich um 1000 Seiten (und nebenbei las ich noch ein anderes Buch). Allein DAS soll was heißen. Jaja, und jetzt höre ich wirklich mit meiner Schwärmerei auf. Wer weder die Bücher noch die Serie in die Finger gekriegt hat, sollte das WIRKLICH tun. (Das behaupte ich, obwohl noch einige Bücher vor mir sind und obwohl ich erst bei Staffel 3 ankomme. Das weiß ich einfach.)
Taschenbuch / 1216 Seiten / Bantam / Kaufen?



House of Night: Gezeichnet
Worum geht's?
Zoeys Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen, als sie mit einer dunkelblauen Mondsichel auf der Stirn gezeichnet wird. Das bedeutet, das sie jetzt ins House of Night muss - wo sie, wenn sie die Wandlung schafft, zu einem waschechten Vampyr wird.
Meine Meinung
House of Night: Gezeichnet ist für mich DIE Überraschung des Jahres. Glaubt mir Leute, ich habe die Jahre über so viele unglaublich schlechte über die Bücher gehört. Um ehrlich zu sein, hätte ich sie niemals angerührt, wenn nicht Mum es mal aus der Mangelexemplarkiste gefischt hätte. Weil ich nichts anderes mehr da hatte, nahm ich das Buch mit nach Dublin, und ich war mehr als positiv überrascht.
Okay, wir haben eine total stereotypische Geschichte: Mädchen kommt in neues Leben, findet neue Freunde, neue Beziehungen/Probleme und so weiter. Zoey ist darüber hinaus ein total perfekter Charakter, klar hat sie eine doofe Vergangenheit, aber ansonsten alles lockerflockig. Vampyre hatten wir schon vor Jahren - aber gerade das alles macht die Geschichte ganz angenehm zu lesen. Außerdem sind Vampire so out, dass man jetzt schon wieder von ihnen lesen kann, ohne sofort Edwards Gesicht vorm inneren Auge zu haben.
Jetzt mal im Ernst: Gezeichnet hat einfach seine Funktion erfüllt, es hat mich unterhalten. Und das soll ein Buch schließlich auch. Es ist nichts literarisches Herausragendes, aber wenn ihr's zur Hand haben solltet, probiert's ruhig einmal. Vielleicht werdet ihr ja auch positiv überrascht.
Taschenbuch / 464 Seiten / Bastei Lübbe / Kaufen?

Montag, 20. Juli 2015

[Rezension] Crown of Midnight - Sarah J. Maas

Achtung! Da es sich hierbei um den zweiten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt
Celaena ist nun der Champion des Königs. Unter seinen Aufträgen muss sie Rebellen töten - offiziell zumindest. In Wahrheit täuscht Celaena stets deren Tod vor und lässt sie entkommen. Sie weigert sich, den Plänen des Königs zu folgen, auch wenn das ihren Tod und womöglich sogar den Chaols bedeuten könnte.
Dann allerdings erhält sie vom König den Namen eines Mannes, den sie nur zu gut aus ihrer Vergangenheit kennt. Er soll angeblich in Verbindung mit einer Rebellengruppe stehen, die über die dunklen Pläne des Königs Bescheid weiß. Und ehe sie weiß, wie ihr geschieht, wird sie selbst Teil dieses dunklen Wissens...

Meine Meinung
Wow. Wow. Wow. Mich hat Throne of Glass schon umgehauen. Aber Crown of Midnight setzt dem Ganzen eine Krone auf. Ich bin schwer begeistert!
Gleich zu Beginn des Buches erfahren wir von Celaenas Tätigkeit, die sie mehr oder weniger genau ausführt - sie lässt die Leute, die sie hätte töten sollen, untertauchen und sucht schließlich in einem Krankenhaus nach passenden Leichenteilen. Alle, Dorian und Chaol miteingeschlossen, sind jedoch im Glauben, sie würde die Menschen auf der Liste des Königs eiskalt umbringen. Und Celaena will auch, dass das so bleibt. Als jedoch plötzlich Archers Name auf dem Stück Papier steht, kann sie es nicht vermeiden, selbst in den Fall mit hineingezogen zu werden. Denn schließlich soll sie Archer töten. Zumindest offiziell...
Wie ich in meiner Rezension zu Throne of Glass schon erwähnt habe, ist Celaena für mich ein Meisterstück einer Protagonistin. Sie ist für mich eine der Protagonistinnen überhaupt. Celaena ist eine Mischung aus Kontrasten, gepaart mit unglaublicher Charakterstärke. Auf der einen Seite ist sie eine eiskalte Killerin. Auf der anderen Seite sorgt sie sich um ihre Freunde. Dann aber kämpft sie noch für ihre Freiheit. Und nie, niemals suhlt Celaena sich im Selbstmitleid. Immer sucht sie nach einer Lösung.
Ich bin schwer begeistert von dieser Frau. Nicht nur das: ich glaube, ein bisschen Celaena würde jedem von uns ganz gut tun. 
Neben Celaena sind da natürlich noch Nehemia, Chaol und Dorian, die wir alle schon aus dem vorherigen Band kennen. Auch wenn in Crown of Midnight relativ klar wird, für wen Celaena sich (vermutlich) entscheiden wird, so mag ich beide von den Jungs sehr, sehr gerne. Doch ich hoffe besonders, dass Dorian in den nächsten zwei Bänden noch etwas Action kriegt: um ehrlich zu sein, wünsche ich mir, dass er seinem Vater mal ordentlich Kontra gibt! Außerdem tauchen noch Archer und Mort, ein Türknopf, auf. Während ich bei erstem zwischen Anziehung und Abstoßung hin und her gerissen war, brachte mich Mort oft zum Lachen. Auch das finde ich beeindrückend: Crown of Midnight ist ein ansich eher düster gestimmtes Buch. Dennoch gibt es auch kleinere Momente, die die Stimmung anheben.
Sarah J. Maas beweist in dem Folgeband nicht nur, dass sie gut schreiben kann, sondern auch, dass sie einen unglaublichen Ideenreichtum hat. Das, was Celaena in diesem Band aufdeckt, ist schockierend und passt gleichzeitig unglaublich zur Geschichte und auch zum König, der sich hier als eindeutiger Antagonist herauskristallisiert. Auch weitere Wendungen der Geschichte konnte man unmöglich vorhersehen - besonders das Ende war noch mal ein richtiger Schockmoment, sodass man am liebsten augenblicklich zum dritten Band greifen möchte. Auf Celaena wartet noch einiges. Und ich bin ganz sicher mit von der Partie!

Fazit
Crown of Midnight ist kein Lückenfüller. Im Gegenteil, Sarah J. Maas schafft einen noch genialeren Band als den ersten, Throne of Glass. Für mich eine der besten Reihen, die momentan auf dem Markt sind - wer noch nicht zu den Büchern gegriffen hat, sollte es spätestens jetzt tun!


Titel: Crown of Midnight
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Bloomsbury
Reihe: 2/4
Preis: ca. 8,00€
Kaufen?

Titel: Throne of Glass - Kriegerin im Schatten
Hardcover: 528 Seiten
Verlag: dtv
Reihe: 2/4
Preis: 17,95€

Dienstag, 14. Juli 2015

[Rezension] Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg - Florian Herb

Inhalt
Dieser Tag soll Alvaros Leben verändern: eine ältere Dame mit einem Zuckertopf, einem Trolley und weiterem sperrigen Gepäck steigt bei ihm ins Taxi ein. Klara will erst zum Bahnhof gefahren werden (die Züge fahren aber wegen des Wetters nicht), dann zum Flughafen (wo der Betrieb ebenfalls eingestellt ist) und letztendlich direkt nach Paris. Alvaro willigt ein - und beginnt damit eine Reise zu seinem wahren Ich...

Meine Meinung
Zugegeben: normalerweise bin ich weniger jemand, der Unterhaltungsliteratur liest. Ich greife schon beinahe automatisch nach Dystopien, Fantasy-Romanen oder Young Adult Büchern. Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg hörte sich allerdings schon so interessant und verlockend an, dass ich beschloss, mal in ein anderes Genre zu schlüpfen!
Direkt am Anfang werden die relevantesten Charaktere eingeführt: allen voran Alvaro, 26, der sich fühlt, als hätte er sein Leben jetzt schon aufgebraucht. Dann noch seine Mitbewohnerin Kerstin - ehemalig Karsten -, die ihm dazu rät, sein wahres Ich zu finden. Und noch viele weitere, die die Geschichte ganz schön lebendig und Hoffnung auf eine bunte Erzählung machen. Diese bunte Mischung hat mir sehr gut gefallen - von dem geldgierigen Sohn bis zum alleinstehenden Vater ist hier alles dabei -, dennoch kam diese "Vorstellung" teilweise nicht ganz authentisch rüber, sondern mehr so der Reihe nach: das ist, das ist, das ist... aber schließlich waren bald alle Charaktere vorgestellt und die Geschichte nahm an Fahrt auf! 
Florian Herb hat außerdem eine Art "Hetzjagd" eingeflochten, die noch zusätzlich Spannung und Witz verlieh: Klaras Familie, die hinter dem Lottogewinn her ist, folgt ihr quer über den Kontinent - und muss selbst einsehen, dass man nicht immer das kriegt, was man will...
Was mir besonders gut an dem Roman gefallen hat, ist die exzellente Beschreibung der Landschaft. Klara und Alvaro reisen nicht nur von Berlin nach Frankreich, sondern auch nach Andalusien, und jedes Mal besticht Florian Herb mit exzellenten Kenntnissen. Ich war selbst vor einigen Wochen in Frankreich - und als die Szenerie erneut beschrieben wurde, bekam ich ziemliches Fernweh, so detailliert kehrten die Erinnerungen zurück.
Auch die Intention, die hinter Klara und Alvaro steckt, regte zum Nachdenken an - wer bin ich? Wo stehe ich in der Welt? Wie finde ich zu meinem eigenen Ich? Ich deute es schon an: auf die beiden Protagonisten warten so einige Veränderungen und wundervolle, gemeinsame Erfahrungen! Ich hätte mir lediglich noch etwas mehr Tiefe gewünscht; ich weiß nicht, ob es an der Perspektive (dritte Person) lag oder schlicht daran, dass ich nicht ganz die Zielgruppe bin - obwohl die Geschichte an sich berührend ist, so kamen die Emotionen nicht bei mir an. Es fiel mir schwer, mich mit Alvaro und Klara zu identifizieren, ich blieb stets ein Zuschauer.
Dennoch ist Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg ein sommerliches, kurzes Lesevergnügen, das bestimmt dem ein oder anderen ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern wird!

Fazit
Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg ist ein leichter Roman für zwischendurch, dem zwar etwas an Tiefe fehlt, aber dennoch eine außergewöhnliche Reise quer durch Europa bietet!


Vielen Dank an Florian Herb und den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Der Tag, an dem Lotto-Klara in mein Taxi stieg
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Ullstein
Reihe: -
Preis: 9,99€

Sonntag, 12. Juli 2015

[Rezension] Ich brenne für dich - Tahereh Mafi

Originaltitel: Ignite me

Achtung! Da es sich hier um den dritten Teil einer Reihe handelt, kann die Rezension Spoiler enthalten!

Inhalt
Als Juliette die Augen aufschlägt, ist ihre Welt wie verändert: Omega Point wurde zerstört. Adam, Kenji und all ihre anderen Freunde sind nicht mehr aufzufinden - vielleicht tot. Noch dazu kommt, dass sich neben ihr Warner befindet. Warner, der einst mal ihr Feind war, jetzt aber auf ihrer Seite steht. Gemeinsam mit ihm macht sie sich auf der Suche - und sagt dem Reestablishment den Kampf an.

Zitat
"'Aber er und ich, wir würden so enden wie Wasser, das sich nicht bewegen kann.'
'Was soll das heißen?'
'Wasser, das sich nicht bewegt, ist zu Anfang in Ordnung. Man kann es trinken, es tut einem gut. Aber nach einer Weile beginnt es schal zu werden und dann giftig.' Ich schüttle den Kopf. 'Ich brauche Wellen. Wasserfälle. Rauschende Flüsse.'"
(Juliette und Kenji, S. 230, Ich brenne für dich)

Meine Meinung
Was die Sprache angeht, ist Tahereh Mafi eine der begabtesten Autorinnen, von denen ich je gelesen habe. Ich meine das komplett ernst: schon bei Ich fürchte mich nicht hat sie mich um den Finger gewickelt mit zauberhaften Umschreibungen, bei Rette mich vor dir kamen mir die Worte so schön vor, als würde ich gleich darunter zerbrechen, und auch Ich brenne für dich ist in der Hinsicht keine Ausnahme. Ich kann mich nur wiederholen: ich hoffe, die Frau hört nie auf zu schreiben. Allein für diese Worte und Sätze, die sie in der Lage ist zu schaffen, würde ich jede Zeit wieder ein Buch von ihr lesen.
Diese Sprache macht auch den letzten Band der Reihe zu einem Pageturner - sodass ich, trotz teils mangelndem Hintergrundwissen, schneller fertig damit war, als ich die Ereignisse überhaupt verarbeiten konnte. Die anderen beiden Bände lagen bei mir eine ganz schöne Weile zurück, daher konnte ich inhaltlich nicht ganz an den letzten Band anschließen - ein paar dezent eingestreute Rückblicke hätten vielleicht noch ganz gut getan; vielleicht bin ich aber auch die Einzige, der es so ging (Gedächtnis wie ein Sieb und so) ;)
Inhaltlich steigt Ich brenne für dich kurz nach dem Ende seines Vorgängers ein. Juliette wacht auf, trotz des Schusses in die Brust am Leben, und neben ihr befindet sich Warner. Sie findet heraus, dass er sie gerettet hat, und darüber hinaus, dass Omega Point, ihr Unterschlupf, nicht mehr existiert. Für Juliette bricht einerseits eine Welt zusammen, andererseits ist sie auch verwirrt - verwirrt, was sich und Warner anbetrifft, denn dieser erscheint plötzlich in einem anderen Licht und eröffnet Stück für Stück Teile aus seiner Lebensgeschichte. Nach ein paar Seiten macht Juliette sich auf die Suche und trifft tatsächlich auf Kenji, ihrem besten Freund - und auch acht weitere, die überlebt haben, darunter Adam.
Der wahre Konflikt beginnt erst, als Juliette sich entschließt, mit Warner - oder auch Aaron, wie sie ihn beginnt zu nennen - zusammen zu arbeiten und beide "Seiten" aufeinander treffen. Die Überlebenden sind entrüstet, für sie ist Warner immer noch die Verkörperung eines Monsters. Adam ist am meisten betroffen, wie verändert.
An der Stelle muss ich gestehen, dass ich Warner ohnehin immer 'bevorzugt' habe; ich habe noch nie so einen interessanten und liebenswerten 'Bösewicht' getroffen. In dem abschließenden Band wird er überwiegend positiv dargestellt, seine dunklen Taten aufgedeckt - und Adam fungiert hier als Gegengewicht. Er ist kaum mehr zu erkennen, fährt ständig aus der Haut und verletzt Juliette auf eine unglaubliche Art und Weise - um ehrlich zu sein, wirkt er wie ein anderer Mensch, da ist keine sanfte, liebenswerte Seite mehr, nur etwas Verbittertes, das den Wunsch erweckt, sich abzuwenden.
Ich finde es schade, sehr schade, dass Tahereh Mafi hier auf eine Schwarz-Weiß-Darstellung ausgewichen ist. Mit der eigentlichen Wendung der Geschichte habe ich kein Problem - aber Warner ist eben nicht durchgängig weiß und plötzlich ein Heiliger, genauso wenig wie Adam durch und durch ein schlechter Mensch ist. Diese Wandlung wirkt sehr unrealistisch und zerstört die Atmosphäre.
Ein weiterer Punkt, der bei mir negativ ins Gewicht fällt, ist das Ende des Buches. Der Showdown, auf den schließlich schon seit drei Bänden hingearbeitet wird, wird kurz und schmerzlos über die Bühne gebracht. Fast wirkt es so, als hätte Frau Mafi keine Lust mehr gehabt und wollte das Ganze nur noch schnell beenden. Ich hätte mehr Seiten gebraucht, viel mehr Seiten, vielleicht hätte ich dann auch Adam und Warner besser verstanden (auch wenn letzterer immer noch zu meinen Lieblingscharakteren zählt <3). Auch habe ich das Gefühl, dass hinterher noch mehr erzählt werden konnte, es ist irgendwie mitten im Geschehen abgebrochen - was passiert zum Beispiel mit Warner und Adam, sie sind ja schließlich Brüder? - und hinterletzt einfach ein... unbefriedigendes Gefühl. Auch der Hintegrund dieser Dystopie, die Geschichte rund um das Reestablishment, fehlt.
Außerdem hatte ich teilweise ein Problem mit der Sprache - ob es sich dabei um meine eigene Empfindlichkeit handelt, kann ich nicht sagen, dennoch fand ich vor allem Kenjis Ausdrücke... gewöhnungsbedürftig. Übertrieben künstlich. Kann aber auch an der Übersetzerin liegen - im Nachhinein hätte ich sowieso lieber zum englischen Original gegriffen, aber erzählt das mal der dreizehnjährigen Isabella von vor drei Jahren ;)
Ich hatte zwar im Großen und Ganzen Vergnügen an dem Buch, es sind schließlich großteils wundervolle Charaktere und noch viel zauberhaftere Worte, und auch die Geschichte an sich ist nicht schlecht, doch zurück bleibt ein schaler Geschmack im Mund, ein Gefühl der Enttäuschung.

Fazit
Ich brenne für dich ist ein Reihenabschluss, der Enttäuschung hinterlässt. Tahereh Mafi zeigt zwar abermals, wie unglaublich gut sie schreiben kann, aber besonders Wandlungen der Charaktere sind nicht nachvollziehbar und alles schreit nach einem Schwarz-Weiß-Denken. Um der Sprache, der zauberhaften Worte wegen würde ich die Reihe empfehlen - aber ansonsten... müsst ihr wohl für euch selbst lesen. Schade!


Titel: Ich brenne für dich
Hardcover: 384 Seiten
Verlag: Goldmann
Reihe: 3/3
Preis: 16,99€

Donnerstag, 2. Juli 2015

[Rezension] Finding Audrey - Sophie Kinsella

Inhalt
Audrey hat eine durchgeknallte Familie. Ihre Mum liest die Daily Mail etwas zu enthusiastisch und hat ihrem Bruder eine Spielsucht diagnostiziert, und ihr Vater ist immer etwas passiv. Oh, und Audrey hat eine Angststörung. Sie lebt hinter ihren dunklen Brillen, meidet die Außenwelt komplett und empfindet sie als bedrohlich. Bis eines Tages ihr Bruder Frank seinen Freund Linus mit nach Hause bringt...

Zitat
"But, Audrey, that's what life is. We're all on a jagged graph."
(Audreys Mum, S. 260 Finding Audrey)

Meine Meinung
Lassen wir die Melancholie heute beiseite, Fakt ist folgendes: über drei Jahre ist es her, seitdem ich meinen ersten (und bis dato einzigen) Kinsella-Roman gelesen hatte, und die Frau hatte damit bis heute bei mir einen gewissen Eindruck hinterlassen. Sagen wir es so: Als ich mich für Finding Audrey bewarb, erwartete ich einen locker-leichten Roman trotz ernster Thematik. Und genau das bekam ich!
Dass das Buch keine 300 Seiten hat, deutet schon auf Kinsellas Fähigkeit hin, auf den Punkt zu kommen: direkt von Anfang an wird man in die Geschichte geworfen, und zwar an der Stelle, an welcher Audreys Mum droht, den Laptop ihres Bruders aus dem Fenster zu werfen (ob sie's tut oder nicht, erfährt man erst später). Danach geht's auch schon richtig los, der Leser erfährt mehr über Audreys Familie und natürlich auch über Audrey selbst. Was mich überrascht hat, ist, dass man trotz allem nicht das Gefühl hat, dass sich die Geschichte komplett um Audrey dreht, obwohl es aus ihrer Sicht geschrieben ist - alle Charaktere bekommen ihren Anteil, keiner wird außen vor gelassen und vor allem gibt es keine Mitleidsschiene à la "Ich bin so krank, und ich jammere mal 50 Seiten lang rum".
Audrey will alles andere als Mitleid, erst recht nicht wegen ihrer Krankheit. Sie hat einen besonderen Umgang damit, nicht ganz resigniert, gleichzeitig etwas locker, dann wieder enthusiastisch - kein Wunder bei einem vierzehnjährigen Mädchen, das mitten aus dem Leben gerissen wurde. Etwas schade finde ich allerdings, dass trotz mehrmaliger Andeutungen letztendlich keine Erläuterung geliefert wird, was genau denn mit Audrey passiert ist, was ihre Angststörung ausgelöst hat.
Ihr erstes plötzliches Aufeinandertreffen mit Linus endet damit, dass sie sich schnell versteckt und gegen eine Panikattacke ankämpft. Das nächste wird schon etwas einfacher. Die beiden schreiben sich zuckersüße Zettel-Nachrichten, die einem als Leser absolut das Herz aufgehen lassen. Eine süße, junge Liebe!
Wie man sich schon fast denken kann, gelingt es Audrey durch Linus schon bald, die ersten Schritte in die Außenwelt zu machen - angefangen bei Starbucks bis hin zum Ansprechen von wildfremden Menschen. Die Geschichte ist von der ersten Seite an sehr voraussehbar. Wer Überraschungen und dramatische Wendepunkte sucht, wird hier enttäuscht, mich hat's nicht gestört - lediglich zum Ende wirkte ein Rückschlag, der Audrey natürlich erwischen musste, recht flach und unrealistisch. Als hätte Frau Kinsella einen Punkt von einer To-Do-Liste abgehakt. Auch zwei andere angedeutete Geschichten mit Nebencharakteren werden nicht beendet bzw. weiter ausgeführt. Da hätten ruhig noch ein paar Seiten mehr dran können ;)
Im Großen und Ganzen überzeugt Kinsella aber mit ihrem Buch - vor allem auch die Filmskripte (Audrey muss von ihrer Therapeutin aus kleine Filme drehen) sind sehr originell und amüsant zu lesen. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen, auch eine sehr leichte und empfehlenswerte Lektüre für die, die gerne mal zur Originalsprache greifen!


Fazit
Finding Audrey ist eine leichte Sommerlektüre zu einem nicht ganz so leichten Thema. Sophie Kinsella schafft es, den Leser oft zum Schmunzeln zu bringen und macht das Buch zu einem regelrechten Pageturner - es gibt lediglich kleinere Unstimmigkeiten, die dem Lesegenuss jedoch keinen Abbruch tun. Definitiv eine Empfehlung!


Danke an Lovelybooks für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Titel: Finding Audrey
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Doubleday Childrens
Reihe: -
Preis: ca. 12,95€
Kaufen?